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Freitag, 30. Juli 2010
Leserbrief zum Kleinspielfeld an der Grundschule | Drucken |
Samstag, 13. Februar 2010

Die Lippische Landeszeitung druckte am 13.02.2010 den folgenden Leserbrief unseres Fußballjugendobmanns Birger Hampe:

"Ich bekenne mich schuldig! Schuldig, weil ich mich mit einem engagierten Team dafür einsetze, dass bei Kindern und Jugendlichen die Freude am Fußballsport geweckt und gefördert wird. Schuldig, weil auch ich..... 

 mich fürdas DFB-Kleinspielfeld auf dem Schulhof der Grundschule Hiddesen ausgesprochenhabe. Schuldig, weil ich dazu beigetragen habe, dass beides offensichtlich einSicherheitsrisiko darstellt!

Das Kleinspielfeld trägt an einer der Banden die Aufschrift„Fußball ist Zukunft". Leider sehen dies drei (!) Anwohner nicht so. Imvergangenen Kommunalwahlkampf wurde schon mit nicht haltbaren Behauptungen an Politikerherangetreten. Jetzt ist es offensichtlich gelungen, auch die Verwaltung  und selbst den Bürgermeister davon zuüberzeugen, dass junge Fußballspieler die Sicherheit gefährden und bewachtwerden müssen. Nun wird mit Kanonen, die aus Steuergeldern bezahlt werden, aufSpatzen geschossen, die noch keine Steuerzahler sind!

Es waren einige wenige Anwohner der Grundschule Hiddesen,die schon vor Jahren erwirkt haben, dass die auf dem Schulhof aufgestelltenBasketballkörbe verriegelt werden mussten. Jetzt rückt das Kleinspielfeld inden Fokus dreier Anwohner.

Der ortsunkundige Leser möge bei einem Spaziergang durch dasschöne Hiddesen mal den Schulhof aufsuchen, über die angrenzende Grünflächeblicken und sich selbst ein Bild machen, wie nah oder weit diese Anwohner demSchulhof tatsächlich anwohnen.

Den Beschwerde führenden Personen geht es keineswegs um angeblicheRuhestörungen, sondern um den Betrieb des Kleinspielfeldes schlechthin.

Ich appelliere deshalb an die Wachsamkeit der Verantwortlichender OGS Hiddesen: Als nächstes geht es an den Schulhof selbst und denangrenzenden Spielplatz!

Im Übrigen beachtet der VfL Hiddesen schon heute dieNutzungsregeln. Einige Vereinsmitglieder sehen in ihrer Freizeit dort nach demRechten, so auch ich. Allerdings sind wir mit keinerlei Befugnissen ausgestattet.

Der Sicherheitsdienst wird nicht viel zu tun bekommen aufdem Hiddeser Schulhof. Sollte er über Langeweile klagen, so kann er bei uns imGarten betätigen. Wir erlauben nämlich, dass dort Fußball gespielt wird!

Ein Schulhof ist ein Ort der Bewegung, des Lebens und derSpielfreude. Dies geht nicht ohne Geräusche vonstatten. Ob deshalb tatsächlichdas „Maß der Zumutbarkeit überschritten ist" und die „Lärmbelästigung unerträglich"geworden ist, ist wohl eher eine Frage, wo man diesen Maßstab denn ansetzt.Meinen Sportkameraden und mir wird jetzt zugemutet, jungen Fußballern - undevtl. auch deren Eltern - erklären zu müssen, warum es Menschen gibt, die nichtwollen, dass ein Schulhof und ein Kleinspielfeld genutzt wird. ÄhnlicheProbleme haben die Sportfreunde in Holzhausen-Sylbach, Eichholz-Remmighausenund Heidenoldendorf, die zwar hervorragende Sportanlagen haben, diese aber nureingeschränkt nutzen dürfen, weil es eben auch dort Anwohner gibt, dieoffensichtlich lieber neben der Stille eines Friedhofs wohnen würden. Diesegesellschaftliche Entwicklung empfinde ich ganz persönlich als unerträglich.

Wir brauchen keinen Sicherheitsdienst auf unserenSchulhöfen, wir brauchen Menschen, die Zukunft fördern. Menschen, die sich anden Spatzen unserer Gesellschaft erfreuen, statt auf sie zu schießen! Wirbrauchen niemand, der unsere Kinder von Schulhöfen und Sportstätten wegjagt.Wir brauchen jemand, die sie dort hinbringt!

Die Kinder- und Sportfeindlichkeit in unserer Gesellschaftnimmt zu. Dafür empfinde ich keine Schuld, nur Unverständnis und tiefe Scham."

 
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